Gärtnern vor der eigenen Haustüre

Die evangelische Superintendentin Henrike Tetz (Bildmitte) ist die Vorsitzende, der katholische Stadtdechant Rolf Steinhäuser (rechts) und der Pfarrer Thomas Schüppen der Alt-Katholischen Gemeinde (links) sind die weiteren Vorstandsmitglieder. (5.9.12)

Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen stellt Aktion zur Schöpfungszeit vor

Düsseldorf (evdus). Es gibt sie 1000-fach vor der eigenen Haustüre – die so genannten Baumscheiben. Das sind die Stücke Erde um Straßenbäume herum. Baumscheiben zu pflegen, macht die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Düsseldorf jetzt zum Projekt für die Schöpfungszeit 2012, die für den Monat September im Kalender steht. Das Motto dazu stammt aus dem biblischen Buch des Propheten Jesaja: „Jetzt wächst Neues“.

Die Kirchen engagieren sich für die Bewahrung der Schöpfung und rufen dazu auf, einen Akzent zu setzen, der auch die Schöpfungsverantwortung des Menschen deutlich macht. Konkret soll das mit der Pflege von Baumscheiben vor Kirchen und Gemeindehäusern und dem Gärtnern vor der eigenen Haustüre geschehen.

Es gehe darum, Dankbarkeit für die Schöpfung und Respekt gegenüber der Schöpfung zu zeigen, betont der katholische Stadtdechant, Rolf Steinhäuser. Die Menschen seien aufgefordert, hinzusehen und zu erkennen, wie die Schöpfung gefährdet sei, wie Superintendentin Henrike Tetz erklärt. Sie ist die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Düsseldorf (ACK). Steinhäuser gehört wie der alt-katholische Pfarrer Thomas Schüppen zum Vorstand der ACK. Schüppen verweist bei der Aktion darauf, dass die Schöpfungszeit in den Erntedank Anfang Oktober übergeht. Und auch das Namensfest des Heiligen Franziskus stehe in zeitlicher wie gedanklicher Nähe – denn der habe einen bewussten Umgang mit der Schöpfung vorgelebt, so Schüppen.

Mit der Aktion könne sich der Blick verändern: „Im Alltag ist eine neue Wahrnehmung möglich. Das Gärtnern vor der eigene Haustüre helfe, hinzusehen und zu erkennen, was in unserer Stadt zu tun ist“, so Tetz.

„Mit dieser Aktion möchten wir umwelt- und schöpfungsbewusstes Verhalten einüben“, so Tetz zum Zeichen, das von der Aktion ausgeht. „Die Kirchen engagieren sich auch im Großen – etwa wenn es um den fairen Handel geht oder um Fragen der Energiegewinnung. Viele Gemeinden beziehen längst alternativ hergestellten Strom.“

Von der Aktion zur Schöpfungszeit erhoffen die Kirchen sich, dass Menschen die Frage stellen, was sie in ihrem alltäglichen Umfeld tun können, um die Schöpfung zu bewahren. Das macht dann eben nicht nur vor der Haustüre halt, sondern geht weiter beim Einkaufen, beim Nachdenken über das Leben.

Das ist dann auch Thema eines Gottesdienstes, der zum Ende der Aktion steht: Am 28. September laden die christlichen Kirchen der Landeshauptstadt zu einem ökumenischen Gottesdienst zur Schöpfungszeit in die Gerresheimer Gustav-Adolf-Kirche, Heyestraße 95, ein. Hier können alle die, die beim Gärtnern vor der Haustüre mitmachen, andere Mitmachende treffen und Erfahrungen und Erlebnisse mit dem Gärtnern vor der Haustüre austauschen.

Die Aktion zum Gärtnern vor der Haustüre beginnt in Düsseldorf am 7. September – das ist das Datum des Beginns der bundesweiten Schöpfungszeit der ACK.

Das Grünamt der Landeshauptstadt hat zum Gärtnern vor der Haustüre eine Broschüre herausgegeben. Sie gibt es im Internet zum Download auf den Seiten von www.duesseldorf.de